20.06.10 – wA Final-4

Veröffentlicht am 21. Juni 2010 von Ines & Hardy in SG ASC/VfV Spandau, wA

wA – Final-4 in Bad Wildungen (oder es sollte wohl nicht sein)

Nun war es also soweit. Wie schon vor 2 Jahren durften wir mit dem Jahrgang 91/92 zum Final-4 nach Bad Wildungen fahren. Damit wurde das vor dem Saisonbeginn erhoffte Ziel verwirklicht, nämlich noch einmal bis zum Schluss an den Spielen um die Deutsche Meisterschaft teilzunehmen und noch einmal die unglaubliche Atmosphäre einer solchen Endrunde miterleben zu können.

Wie schon vor 2 Jahren war auch diese Endrunde von der gastgebenden HSG Bad Wildungen/Friedrichstein/Bergheim phantastisch organisiert und die Betreuung der Mannschaft im Vorfeld und während der Veranstaltung großartig. Und wie schon vor 2 Jahren konnten unsere Mädels unter Beweis stellen, dass sie mit den Spitzenmannschaften unseres Landes absolut mithalten können, aber am Ende reichte es wieder nicht zum ganz großen Wurf. Anscheinend ist in Bad Wildungen alles wirklich sehr schön, nur für einen richtig großen sportlichen Erfolg nicht das geeignete Pflaster für uns. Aber alles der Reihe nach!

Halbfinale: wA – HC Leipzig 30:32 (13:12)

Nach den sehr guten Leistungen in den Viertelfinal-Spielen gegen den TV Beyeröhde wurden die Hoffnungen auf ein vielleicht noch besseres Abschneiden als vor 2 Jahren genährt. Dass dieses Unterfangen ein sehr schwieriges sein würde, war allerdings allen Beteiligten mehr als bewusst. Denn unser Gegner, der HC Leipzig, hatte sich in einer sehr souveränen und überzeugenden Manier die Teilnahme an diesem Final-4 gesichert und kam wohl im gesamten Verlauf der bisherigen Saison noch nie ernsthaft in Gefahr ein Spiel zu verlieren. Der gesamte Mannschaftskader spielte zudem als Juniorteam des Deutschen Frauen-Meisters in der Frauenregionalliga Süd und schaffte deutlich die Qualifikation für die neu eingeführte 3. Liga. Also ein sehr harter Brocken.

Beide Mannschaften begannen nervös und mit einem gehörigen Respekt vor einander. Den etwas besseren Start erwischten wir und gingen nach Toren von Ronja und Sophie mit 2:0 in Führung. Aber die Leipzigerinnen fanden nun, angeführt von der starken Linda Jäger (13/5), ebenfalls zu ihrem schnellen, kombinationssicheren Spiel. Bis zum 8:6 konnte wir die 2 Tore Führung behaupten, denn immer wieder fanden insbesondere die gut aufgelegten Ronja und Klara Lücken in der Leipziger Defensive. Dann drehte Leipzig auf, wobei nun das Zusammenspiel mit der durchsetzungsstarken Tanja Scharadt (6) am Kreis gut klappte. Es dauerte ein wenig bis sich unsere Deckung darauf einstellen konnte und so ging Leipzig mit 8:10 in Führung. Nun ging ein Ruck durch unsere Mannschaft und wir konnten die Führung trotz einer kurzen Deckung gegen Ronja zurück erkämpfen, gingen mit 13:11 in Front. Leider wurde kurz vor der Halbzeitpause noch eine 2 Minuten-Zeitstrafe gegen Ronja erteilt und Leipzig konnte noch zum 13:12 verkürzen.

In Unterzahl und bei Anwurf für den Gegner, war der kleine Vorsprung schnell eingebüßt. Doch wir konnten das Spiel weiter offen halten, führten noch mit 16:14 und 17:15. Dann gab es in der 37. Minute kurz nacheinander Zeitstrafen gegen Klara und Sophie. Diese 6:4 Überzahl nutzen die Mädchen aus Sachsen um in Führung zu gehen, die sie bis auf 23:19 ausbauen konnten. Dieser 4 Tore Vorsprung konnte lange behauptet werden. Selbst eine eigene 6:4 Überzahl (46. Minute) konnte nicht zur Ergebnisverbesserung genutzt werden. Zu sehr wurde der Kampf im 1:1 Verhalten gesucht, anstatt das Spiel in die Breite zu ziehen. Dennoch wurde das Spiel nicht verloren gegeben und um jeden Ball gekämpft. Der Rückstand konnte beim 26:28 wieder auf 2 Tore verkürzt werden und noch einmal keimte Hoffnung auf, denn mit ihrer Kampfstärke haben die Mädels ja schon so manches Spiel am Ende doch noch für sich entscheiden können. Diesmal langte es aber dann doch nicht ganz. Zu schnell und leicht konnte Leipzig immer wieder einen Treffer erzielen, wenn es nötig war, zu viele gute Chancen in aussichtsreicher Position wurden nicht genutzt und insgesamt wurde wohl auch zu einfallslos agiert, um das Leipziger Juniorteam doch noch einmal richtig in Bedrängnis zu bringen. Am Ende siegte Leipzig nicht ganz unverdient mit 32:30.

Die Enttäuschung nach dem Schlusspfiff war bei den Spielerinnen, den Trainer-Duo und auch bei der kleinen mitgereisten Fangemeinde groß. Der eine oder andere haderte mit einigen Schiedsrichterentscheidungen, andere trauerten den vergebenen Chancen nach. Doch alles Diskutieren hilft ja nach dem Schlusspfiff nichts mehr. Die Mädels haben aufopferungsvoll gekämpft, phasenweise auch gut gespielt, insgesamt nicht enttäuscht, aber es hat an diesem Tag gegen einen starken Gegner eben nicht ganz gereicht.

Wie vor 2 Jahren durften wir am Sonntag es trotz gutem Spiel wieder nur das kleine Finale spielen.

Neben der Enttäuschung über das verpasste Finale, machten Klara und Anna noch eine weitere Erfahrung der besonderen Art. Die beiden waren zur Doping-Kontrolle nach dem Spiel ausgelost worden und mussten sich im Wasserlassen unter Beobachtung beweisen. Diese Aufgabe bewältigten sie jedoch mit Bravur!

Es spielten:

Isi, Anti und Jessica im Tor, Katja (2/1), Klara (10), Josi (2), Stella, Sophie (2), Cati, Justine (2), Sybille (1), Anna (1), Ronja (10/1), Angie

Kleines Finale

HSG Bad Wildungen – wA 27:25 nach 7-m Werfen (22:22, 12:10)

Im Spiel um Platz 3 trafen wir auf den Gastgeber der Endrunde. Das Halbfinale hatte Bad Wildungen relativ deutlich gegen die SG Oeversee mit 24:34 verloren, aber doch mit einem sehr beweglichen und schnellem Angriffsspiel sowie mit einer sehr offensiven, kompromisslosen Deckungsarbeit beeindruckt. Das Spiel der beiden „Enttäuschten“ begann sehr ausgeglichen. Beiden Mannschaften fiel es anscheinend schwer ins Spiel zu kommen. Bad Wildungen konnte mit 1:0 und 2:1 in Führung gehen. Wir konnten aber kontern und erspielten unserseits eine 6:5 Führung. Isi hatte einen wesentlich besseren Tag erwischt als im Halbfinale und gab mit etlichen Paraden einen guten Rückhalt, wir erkämpften uns durch waches Abwehrverhalten viele Bälle und alles hätte gut werden können, wenn wir nur die vielen klaren Chancen (im Konter, durch 7m oder auf frei gespielten Situationen am Kreis) genutzt hätten. Ronja kam lange nicht ins Spiel, der Ball war heute nicht ihr Freund, zudem wurde sie häufig hart und mit recht unfairen Mitteln bekämpft, die leider in der 1. Halbzeit so gut wie nicht von den Unparteiischen geahndet wurden. Auch die Auslegung von Offensivfoul oder „Abwehr im Kreis“ konnte aus unserer Sicht nur selten nachvollzogen werden. So blieb das Spiel ausgeglichen bis sich Bad Wildungen auf 12:9 absetzen konnte. Ronja konnte dann kurz vor der Pause noch auf 12:10 verkürzen. Die 2. Halbzeit begann dann ungewöhnlich gut für unsere Mädels. Sehr konzentriert wurde zu Werke gegangen, die sich ergebenen Chancen genutzt. Die Schiedsrichter erkannten nun auch was Trikotziehen und Stürmerfoul ist. So konnten wir mit 17:14 in Führung gehen und hatten das Spiel eigentlich im Griff. Die Chance den Vorsprung auf 4 Tore auszubauen und den Gegner weiter zu beeindrucken, wurde aber nicht genutzt. Plötzlich führten die Gastgeberinnen wieder mit 18:17. Wieder erwachte unser Kampfgeist und erneut wurde eine 3 Tore Führung herausgespielt (21:18). Warum nun nicht das Spiel mit Geduld zu Ende geführt wurde, werden wir wohl nicht erfahren. Auch wenn Ronja und Klara kurz gedeckt wurden, gab es für die anderen Mädels genügend Möglichkeiten, um das Spiel erfolgreich zu gestalten. Leider wurde dem sicheren Pass lieber die risikoreiche Variante vorgezogen, sodass Bad Wildungen in der Schlussminute zum 21:21 ausgleichen konnte. Auszeit!

20 Sekunden vor Schluss erkämpft Sophie einen 7m. Als keiner werfen will, muss Ronja die Verantwortung übernehmen. Die Torhüterin hält, aber Ronja ergattert den abprallenden Ball und verwandelt zum 22:21. Es folgt der schnelle Anwurf der Gastgeberinnen, Foul an der 9m-Linie und Zeitstrafe für Ronja. Noch 4 Sekunden. Der Freiwurf wird für die lange Linkshänderin (Svanja Ochmann) gestellt. 2 Schritte um die Abwehr, Wurf und dann trudelt der Ball ins lange Eck. 22:22, Schluss und lange Gesichter bei allen Spandauern.

Das Nervenspiel des 7 m-Werfens endet dann mit unserem 4. Wurf am Pfosten des generischen Tores. Das war es dann. Die Tränenkanäle wurden geöffnet und die Tränen flossen ungehemmt; zu groß war die Enttäuschung. Eine ganze lange Saison gut gespielt, mit allen Gegnern mitgehalten, aber am Ende doch nur der undankbare 4. Platz.

Es spielten:

Isi und Anti im Tor, Katja (7/5), Aylin, Klara (5), Josi, Stella, Sophie (1), Cati (2), Justine (2), Sybille, Anna (1), Ronja (4), Angie

Fazit

  • natürlich kann man das fehlende Glück beklagen,
  • natürlich kann man über evt. unglückliche Schiedsrichterentscheidungen diskutieren (Leipzigbonus (?), Heimbonus(?), etc.pp.)
  • natürlich kann man die Frage stellen, warum halten die Torhüterinnen von Bad Wildungen und Leipzig gegen die SG Oeversee kaum einen Ball, zeigen aber gegen uns sehr gute Leistungen
  • natürlich gibt es noch zig weitere übersinnliche Fragestellungen…

Aber natürlich gibt es auf jede Frage auch eine Antwort, denn bei allem “Wenn und Abers” steht doch fest,

  • die Schiedsrichter dürfen mit ihren Entscheidungen auch mal daneben liegen und die freien Chancen können sie auch nicht für unsere Mädels verwerten
  • waren die Torhüterinnen gegen uns so gut und gegen Oeversee so schwach oder lag es vielleicht auch an den Wurfqualitäten der Mannschaften?
  • Fehlte uns nur das Glück (es gehört ja doch immer etwas dazu) oder fehlte uns vielleicht im entscheidenden Moment doch etwas die nötige Cleverness? Unser Überzahlspiel (beide Gegner hatten mehr Zeitstrafen als wir) war wirklich nicht gut und etwas taktisches Geschick im kleinen Finale fehlte eben doch. Der Ball wurde einfach oft zu schnell hergeschenkt, anstatt mit etwas Geduld auf die Chance zu warten, wurde doch zu schnell der riskante Pass gesucht. Nach dem Motto „Held oder Ar…loch“, kam der Held eben zu selten zum Tragen.

Aber ich will die Leistung der Mädchen hier auf gar keinen Fall schmälern, sondern nur versuchen dieses Wochenende einzuordnen. Natürlich kann man enttäuscht sein, denn es wäre diesmal mehr drin gewesen. Aber dafür hätten wir in den Spielen tatsächlich 100% unseres Leistungsvermögens oder noch etwas mehr abrufen müssen. Das ist uns wohl nicht gelungen, auch wenn die Mädchen mit vollem Einsatz gespielt haben, wie immer toll gekämpft haben und uns spannende Spiele geliefert haben. Sie waren gut, aber leider nicht gut genug.

Es ist doch festzuhalten, dass wir in dieser Alterklasse mit wirklich jeder Mannschaft in Deutschland mithalten können. Wir sind die einzige Mannschaft, die den neuen und alten Deutschen Meister, die SG Oeversee, in dieser Saison bezwingen konnten. Vielleicht hatte die SG Oeversee auch etwas Glück, dass der HC Leipzig im Halbfinale gegen uns viele „Körner“ lassen musste oder auch, dass sie nicht gegen uns im Endspiel antreten durften :-) , denn wir wissen wie man Oeversee schlagen kann!

Aber Spaß beiseite: an dieser Stelle einen ganz herzlichen Glückwunsch an diese sympathische Mannschaft aus dem hohen Norden. Ihr habt tolle Spiele gezeigt, habt wirklich überzeugt und seit ein verdienter und würdiger Deutscher Meister!

Nun aber auch einen ausdrücklichen Dank an unsere Mädels. Seid nicht zu enttäuscht, das Leben geht weiter, auch das Handballleben. Ihr habt uns viele schöne Stunden bereitet und wir möchten nicht eine Minute davon missen. Ihr könnt wirklich sehr stolz auf euch sein, wir sind es jedenfalls. Ihr seid echt Typen, total liebenswert und es bleibt ein Wunder, wie ihr mit so wenig Aufwand so tolle Erfolge feiern konntet. Ihr seid einfach mal Klasse!!!

Für viele von euch ist ja nun die „Jugend“ vorbei. Ich wünsche euch auch im Erwachsenenbereich viel Erfolg, vor allem aber, dass ihr von Verletzungen verschont bleibt und immer viel Spaß am Handballspielen behaltet. Es wäre sehr schön, wenn wir viele von euch noch lange in unserem Verein begleiten könnten.

Ein besonderer Dank gilt aber auch unserem Trainer-Duo, das nun nicht mehr im Jugendbereich weiterarbeiten wird.

Sigi hat diese Mannschaft über 4 Jahre begleitet, geformt und den Mädchen viel beigebracht. Oft hat sie sich weit mehr für die Mädchen eingesetzt als man das von einer Trainerin erwarten kann, auch wenn das nicht immer für alle offensichtlich gewesen ist.

Vielen Dank Sigi, wir wünschen dir für deine künftigen Herausforderungen gutes Gelingen und viel Erfolg.

Auch der gute Geist der Mannschaft, Ines, wird nicht mehr als Trainerin der Jugend zur Verfügung stehen. Aber als Frauenwartin wird sie auch natürlich weiterhin für die Mädchen da sein. Ines war stets auf die gute Stimmung in der Mannschaft bedacht, hat oft (in stundenlangen Telefonaten) als Bindeglied zwischen den Mädchen untereinander, den Mädchen und dem Trainer-Duo und auch den Eltern vermittelt, war immer ansprechbar und hatte stets ein offenes Ohr. Auch dir vielen Dank für deine tolle Arbeit.

Zum Schluss noch ein großes Dankeschön an die Eltern, die keine Mühen, Wege, Anstrengungen und finanzielle Belastungen gescheut haben, um den Mädels ihren Sport zu ermöglichen. Hier gilt ein ganz besonderer Dank Helle, Marina, Frank und Barbara (Bodo), die wohl kaum ein Spiel, soweit es auchweggewesen sein mag, ausgelassen haben und stets als Fahrer der Mädels zur Verfügung standen sowie an Karin, die stets bereit war als Kampfgericht zu fungieren. Ohne euch wären diese Erfolge und diese schönen Zeiten wohl auch nicht möglich gewesen.

Das war echt eine schöne Zeit und ich hoffe, wir werden auch noch weiter viel Freude gemeinsam erleben, wenn nicht bei den Jugendmannschaften (warum eigentlich nicht?), dann eben bei den 1. und 2. oder auch 3. Frauen – in der gelben Halle ist doch bestimmt immer was los!!!!

Macht’s gut Leute

Hardy

Kommentare
  1. Volker sagt:

    Hallo Hardy,

    nach den vielen “Danke Schön” am Ende deines Berichtes von mir und hier (Insider wissen was gemeint ist) auch einen Dank an dich.
    Vielen Dank für die vielen ausführlichen und gut geschriebenen Berichte. Besonders gefallen hat mir, dass deine Berichte immer positiv geschrieben und sachlich geblieben sind. Das Niveau insbesondere in Bezug auf die Beschreibung der Gegner und Schiedsrichter hebt sich sehr positiv von den Berichten ab, die auf den Internetseiten so manch anderer Vereine zu finden sind.

    Mit besten Grüßen

    Volker

  2. Volker sagt:

    Ich kann mich den Worten von Volker ausnahmslos anschließen.
    Danke!
    Volker

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