Ein Resümee oder warum nicht alles Gold ist was glänzt

Veröffentlicht am 28. Februar 2011 von Patrick in wC

Weibliche C-Jugend – Oberliga und Stadtliga A

Ja ja, ich weiss, in der ganzen bisherigen Saison noch kein einziger Bericht aus der weiblichen C-Jugend. Schande über mein Haupt, aber eigentlich sind die Mädels dieser Altersklasse auch schon alt genug um selbst mal ein paar Zeilen zu verfassen. Egal, kurz vor Saisonende sollte doch mal ein Überblick über die Spielzeit 2010/2011 gegeben werden.

Für die Oberliga würde die Überschrift lauten:

Mal verlieren wir und manchmal gewinnen die anderen

Nachdem die Mannschaft, welche überwiegend aus dem jüngeren Jahrgang besteht, schnell mit den Umstellungen vom D- zum C-Jugendbereich klarzukommen schien, wurde das Hauptaugenmerk zu Beginn der Spielzeit auf eine altersgemäße Abwehrarbeit gelegt und entwickelte sich zum Prunkstück. Auch im Angriff verstanden die Spielerinnen schnell die gewünschten Anforderungen des Trainerteams und das Kleingruppenspiel sowie erste Auslösehandlungen entwickelten sich von Spiel zu Spiel. Klingt doch so weit eigentlich alles ganz gut. Doch leider standen diesen positiven Entwicklungen allzu oft Unkonzentriertheiten und daraus resultierende technische Fehler sowie eine fahrlässige Chancenauswertung gegenüber. Beispielhaft ist hier unsere katastrophale Ausbeute vom Siebenmeterpunkt anzuführen, welche sich wie ein roter Faden durch die gesamte Spielzeit zieht. Auch dadurch wurden unnötig sowohl Punkt- als auch Pokalspiele verloren. Es war meist mehr drin und auch jeder Sieg musste meist hart erkämpft werden. Es hätte leichter laufen und Führungen über die Zeit gebracht werden können, doch dafür fehlte offensichtlich der letzte (Sieges-)Wille. Zwar stemmten sich einige Spielerinnen immer wieder gegen drohende Niederlagen, doch geschah dies meist im Wechsel und in nicht einem Saisonspiel waren mehrere Spielerinnen bereit Verantwortung zu übernehmen oder erwischten gemeinsam einen so genannten guten Tag. Zusammenfassend bleibt zu sagen: Die Oberligamannschaft Jahrgang 2010/2011 besteht aus tollen Mädels, die leider noch unter ihren Möglichkeiten blieben. Lieb sind sie alle, was jedoch im Spiel nicht immer von Vorteil sein muss. Spaß am Handball, Freude und der Wille zum Siegen sind in den Gesichtern äußerst schwer zu erkennen. Es mangelt an „Torgeilheit“ und der Bereitschaft Verantwortung zu übernehmen um auch mal die Big Points zu machen. Doch wie gesagt, die Mannschaft ist noch jung und hat durchaus Potenzial. Spaß hat es bis auf das Punktspiel gegen und bei Rudow bisher immer gemacht.

 

Die Headline für die Stadtliga würde hingegen heißen:

Tabellenführung mit geringem Aufwand

Mit lediglich einer Niederlage sowie einem Unentschieden steht die Mannschaft hier punktgleich mit dem Zweiten auf Grund des besseren Torverhältnisses an der Tabellenspitze. Trotz meist klarer Ergebnisse bleiben auch hier die Spielerinnen oftmals hinter ihren Möglichkeiten. Dies zeigt sich bei einzelnen Spielerinnen auch deutlich bei Einsätzen in der Oberligamannschaft. Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten sowie unermüdliches Engagement sind zu wenig erkennbar. Jede Spielerin müsste/sollte den Willen haben sich für die erste Mannschaft anzubieten. Doch lieber wird der Weg des geringsten Widerstandes gegangen. Schade eigentlich. Im Gegensatz zur Oberliga ist diese Mannschaft aber in der Lage, selbstkritische Spiel- und Fehleranalysen eigenständig durchzuführen. Im Nachhinein ist die Mannschaft, bestehend fast ausschließlich aus dem jüngeren 97er Jahrgang in der Stadtliga unterfordert und hätte doch die Landesliga-Qualifikation spielen sollen. Naja, später ist Mann immer schlauer. Fazit: Als Aufbaumannschaft haben es die Spielerinnen nicht verstanden sich hier für die Oberliga anzubieten indem konsequent die  Anforderungen des Trainerteams umgesetzt werden. Einige Mädels sind aber über den gesamten Saisonverlauf auf dem Sprung, schaffen es aber noch nicht endgültig zu überzeugen.

 

Gesamtfazit: Ihr seid eine wirklich tolle Truppe und in jeder einzelnen von Euch steckt jede Menge Potenzial. Es ist der immer wieder auftretende Mangel an Einsatz, Willen, Konzentration, Leistungsbereitschaft, Verantwortungsgefühl und ja – manchmal auch Spaß am Spiel  – der uns Trainer immer wieder an unsere Grenzen führt und den wir in Euch genau so gerne wecken wollen, wie den Glauben an Euch selbst und Eure Stärke. Aber das geht nur, wenn wir alle gemeinsam daran arbeiten. Immerhin: Wir sind ein Team!

„Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren.“ Bertolt Brecht

„Sportler zu sein, das ist mehr als nur gewisse körperliche Fähigkeiten zu haben. Sport passiert im Kopf.“ Stefan Raab

 

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